Revier

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Ungetrübte Naturerlebnisse, Stille und Beschaulichkeit – und das alles in unmittelbarer Nähe zu einer der aufregendsten Metropolen Europas?

Wer auf dem Havelfluss seinen Bootsurlaub verbringt, sollte nicht nur die Schönheit von Brandenburgs Natur genießen, sondern sich auch einen Abstecher in die Hauptstadt gönnen, denn die Stadt ist auf dem Wasserweg bestens erschlossen.

Mit der Wahl von Zehdenick als Ausgangsort für Yachtcharter beginnt der Urlaub bereits im Hafen. Kompetente Beratung und eine ausführliche Einweisung in das gewählte Modell sind selbstverständlich. Gechartert werden können Yachten mit allem Komfort und in verschiedenen Größen – für den Ausflug zu zweit bis hin zu größeren Schiffen, auf denen weit mehr Personen Platz finden.

Von Zehdenick durchs Havelrevier, nach Mecklenburg-Vorpommern, zur Ostsee

Die Marina Zehdenick ist der perfekte Ort zum Yacht Mieten, um von hier aus nach Süden hin das preußische Traditionsland oder nach Norden Mecklenburg-Vorpommern zu erkunden. In die Hauptstadt oder nach Potsdam sind es nur wenige geruhsame Stunden Fahrzeit; die Ostsee ist in zwei Tagen zu erreichen. Polen auf der anderen Oderseite ist ebenfalls für Bootsurlauber interessant – so ist Stettin an der Odermündung eine wunderschöne Ostseestadt mit viel Tradition, die es zu entdecken lohnt (für den Ausflug nach Polen sollten zwei Reisetage eingeplant werden). Doch auch eine Tour über die Mecklenburgische Seenplatte mit einem Abstecher über Rheinsberg ist sehr zu empfehlen, liegt doch Zehdenick bereits im südlichen Teil des Naturparks der Uckermärkischen Seen, einer Ausflugs- und Urlaubsregion, die auch von den stressgeplagten Hauptstädtern sehr geschätzt wird. Die Weite des Landes sorgt gleichzeitig dafür, dass es auch in der Hochsaison entspannt zugeht und jeder, der die Natur liebt und die Einsamkeit sucht, hier fündig werden kann.

Wer sich für die Tour in den Norden entscheidet, wählt Natur pur. In der wald- und wasserreichen Landschaft haben seltene Tierarten wie der Fischadler und selbst Großtrappen ein Rückzugsgebiet gefunden, Biber machen sich selbstbewusst an ihre Bauprojekte – oft zum Leidwesen der lokalen Land- und Forstwirte –, und über die Oder wagt sich gelegentlich sogar ein Elch bis in die Region vor. Die beste Zeit für Tierbeobachtungen ist nicht unbedingt nur der Sommer; die Region ist gerade im Herbst unvergleichlich schön. Wenn sich Zehntausende von Kranichen, aber auch Wildgänse und Singschwäne versammeln, um gemeinsam ihre Reise nach Süden anzutreten, ist ein Yachturlaub womöglich die ideale Art, dem Geschehen nahe zu kommen, ohne die Tiere zu stören.

Gen Westen spannen sich die Möglichkeiten von historischen Stätten und brandenburgisch-preußischer Kultur bis hin zu dem erst kürzlich erschlossenen Phänomen, dass das westliche Havelland die dunkelsten Nächte bietet, die sich auf dem europäischen Kontinent finden lassen. Das Fehlen größerer Ortschaften sowie hell erleuchteter Straßen oder Industrieanlagen hält hier die Lichtemissionen minimal, was Hobbyastronomen und Sterngucker zunehmend in diese Region lockt. Doch nicht nur, wenn astronomische Phänomene der Extraklasse am Himmel zu beobachten sind, ist das Havelland eine (Wieder-) Entdeckung wert. Die langen Abende unter einem hohen Himmel, mit Sonnenuntergängen in berauschenden Farben; das von Sternen übersäte Firmament; der erste Raureif im Herbst – auf und an der Havel ist eigentlich immer Saison.

Mit der gemieteten Yacht durch die Havelregion

Der Havelverlauf wirkt auf den ersten Blick etwas unentschlossen, denn von den 334 Kilometern Gesamtlänge winden sich 285 durch das die Hauptstadt und das umgebende Bundesland, wobei der im Nationalpark Müritz in Mecklenburg-Vorpommern entspringende Fluss erst nach Süden, dann nach Westen und schließlich nordwärts fließt, um bei Havelberg in Sachsen-Anhalt (gegenüber liegt das brandenburgische Storchendorf Rühstädt) in die Elbe zu münden.

Unterwegs hat er unter anderem die Dahme, die Nuthe und die Spree in sich aufgenommen. Der Fluss ist gut ausgebaut und darf mit motorgetriebenen Booten befahren werden, was ihn zu einem idealen Revier für Yachtliebhaber macht. Auf seinem Weg durchquert er Weg viele Seen und landschaftlich derart reizvoll, dass die Region 2004 zur Flusslandschaft des Jahres gewählt wurde.

Von Zehdenick aus ist auf der Route nach Süden der Schlosshafen von Oranienburg eine sehenswerte erste Station, weiter könnte es über den Altstadthafen in Spandau und dann zum Wannsee und nach Potsdam gehen. Doch auch die Berliner Innenstadt ist befahrbar: Die Spree mit der Museumsinsel, der Spandauer Schifffahrtkanal, der Landwehr- und der Teltowkanal erschließen die Metropole nahezu ideal. Der durch das expressionistische Ullsteinhaus geprägte und unlängst wieder hergerichtete Hafen Tempelhof bietet sich ebenso zum Anlegen an wie der zentral gelegene Urbanhafen in Kreuzberg.

Etwas weniger Stadttrubel, dafür mehr Ruhe und Natur finden sich in Köpenick im Südosten der Stadt oder am Tiefen See südlich der berühmten Glienicker Brücke, welche die Metropole mit Potsdam südöstlich der Hauptstadt verbindet. Ein Ausflug in den Glienicker Park mit seinen kunstvollen Brunnenanlagen und dem unvergleichlichen Havelblick, der auch königliche Hoheiten erfreute, sind hier ein Muss.

Das brandenburgische Zehdenick selbst, bekannt für die Ziegelei, welche die Steine für den Ausbau Berlins zur Metropole lieferte, lockt heute mit seinem als Touristenattraktion ausgebauten Ziegeleipark Besucher an. Die nahe gelegene Ruine des Zisterzienserklosters Himmelpfort ist überregional nicht nur wegen des Weihnachtspostamts, sondern auch wegen der Himmelpforter Klassiktage, die seit 2018 als Himmelpforter Kultursommer ein noch breiteres Publikumsspektrum ansprechen.

Hinter Hennigsdorf zweigt der Havelkanal nach Westen ab (er wurde zu Beginn der 1950er Jahre angelegt, damit die DDR-Schiffe Westberlin umgehen konnten), bis er beim idyllischen Paretz wieder in den ursprünglichen Fluss mündet. Allein auf dieser Strecke weitet sich der eigentliche Fluss mehrfach zu wunderschönen Seen wie dem Tegeler See oder dem Wannsee, die über die Region hinaus bekannt sind und als Bootsrevier geschätzt werden.